Montag, 29. Februar 2016

Musik Review: DIIV - Is The Is Are






Nein, das ist kein Tippfehler, das Album heißt wirklich so. Zachary Cole Smith, der Kopf von DIIV hat im Vorfeld über "Is The Is Are" gesagt, es solle angreifbar sein und das fängt beim Titel an, geht bei den sehr persönlichen Texten über den Kampf mit der eigenen Drogensucht weiter und schließt mit der Tatsache, dass die zweite LP der Band aus Brooklyn ein überlanger und ein wenig zu einseitig düsterer Koloss von einem Album geworden ist.

 Mit ganzen 17(!) Tracks, was in einer Zeit in der die 10-Songs-Minimum-Grenze für Alben auch gern mal unterschritten wird, ein echtes Statement ist, sollte ein eigenes "Tago Mago" oder "Bad Moon Rising" entstehen und zumindest musikalisch bleibt DIIV diesen Vorbildern treu: "Mire (Grant's Song)" und "Blue Boredom" (auf dem Smith seine prominente Freundin Sky Ferreira eingeladen hat, so zu tun, als wäre sie Kim Gordon) haben starke Sonic Youth Einflüsse, die auf dem Vorgänger "Oshin" noch nicht zu hören waren. Es geht deutlich lauter zu und insbesondere das schwere Hard-Rock-Riff im Closer "Waste Of Breath" ist eine echte Überraschung.

Beim Gesang ist leider fast alles beim Alten: Die Texte sind immer noch hinter einem Berg aus Reverb versteckt, nur auf einigen Songs tritt Smiths Stimme dann wirklich in den Vordergrund und das Stück "Dust", welches DIIV schon seit ein paar Jahren in die Live-Sets einbauen, enttäuscht in der Studioversion, da die Vocals hier irgendwie gelangweilt und dahingenuschelt wirken und dem Song so einiges an Geschwindigkeit nehmen.

Alles in allem ist "Is The Is Are" zwar immer noch ein hörenswertes Album, aber man wird das Gefühl nicht los, dass hier einiges an Potenzial verschenkt wurde, denn Stücke "Dopamine", "Bent (Roi's Song)" und "Valentine" zeigen, dass hier durchaus Talent für gute Songs besteht, nur kann dieses hohe Niveau nicht über das ganze Album aufrecht erhalten werden - schon gar nicht wenn das Album über eine Stunde dauert.

DIIV spielt am 1. April im Orangehouse in München. 

von Bruno Wolf

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