Samstag, 19. März 2016

Interviews mit Fashionbloggern: Fashiioncarpet

 

 

 

Liebe Nina, dein Blog Fashiioncarpet wurde von Stylight und Jolie für den Best German Style Blog“ nominiert. In Facebook hast du über 11.000 Likes. Außerdem hast du 2015 schon deine eigene Schmuck-Kollektion gelauncht. Was ist dein Erfolgsgeheimnis?



Es ist natürlich immer die Frage, was man als erfolgreich definiert. Ob man das anhand der Reichweite beurteilt, anhand der Auftragsmenge und des Einkommens oder einfach der Tatsache, dass man den Schritt zum Bloggen überhaupt gewagt hat. Für mich persönlich ist ein erfolgreicher Blogger, der, der es geschafft hat sich mit seinem Blog selbst zu verwirklichen und nebenbei noch in der glücklichen Situation ist, davon leben zu können. Das kann man allerdings nur erreichen, wenn man bereit ist hart dafür zu arbeiten, diszipliniert ist und sich mehr auf sich als auf andere konzentriert. Ein erfolgreicher Blogger kennt sein Alleinstellungsmerkmal, seinen Marktwert und weiß wie er ihn einzusetzen hat, ohne dafür über Leichen zu gehen. Auch wenn viele das Leben eines Blogger meistens mit Glamour, tollen Klamotten und schicken Events in Verbindung bringen, steckt hinter all dem sehr viel Arbeit. Ich betreibe meinen Blog bereits seit vier Jahren und habe von Anfang an sehr viel Zeit und Liebe in mein Blog-Projekt gesteckt. Ich glaube um sich langfristig auf dem Markt halten und Erfolg feiern zu können ist es wichtig, immer am Puls der Zeit zu bleiben und sich trotzdem dabei nicht selbst zu verlieren. Ich habe mir mit dem Blog einen Traum verwirklicht und genieße jeden Tag ihn zu leben. Umso wichtiger ist es für mich nur Projekte zu machen, hinter denen ich zu 100% stehe und mit denen ich mich identifizieren kann.


Du hast den großen Schritt zur Selbstständigkeit gewagt. Wie geht es dir damit? 

 


Aktuell Gott sei Dank sehr sehr gut. Ich bin jetzt seit Dezember 2015 Vollzeit-Bloggerin und könnte momentan nicht glücklicher mit meiner Entscheidung sein. Natürlich gibt es gerade am Anfang ein paar Hürden, die man nehmen muss (Versicherungen, Finanzamt usw.), aber für mich hat es sich so oder so schon gelohnt. Allein aus dem Grund, weil ich endlich meinen ganz persönlichen Traum leben und selbst gestalten darf.


Was gefällt dir besonders am Bloggen, was frustriert dich ?

 

Frustrieren tut mich Gott sei Dank nichts. Klar gibt es hier und da ein paar Dinge, die mich stören oder mit denen ich nicht so happy bin, aber ich glaube das hat man in jedem Job. Momentan empfinde ich es beispielsweise so, dass immer mehr Marken und Unternehmen zunehmend leider nur noch auf Social Media Kanäle und deren Reichweite schauen (Instagram ist da ein sehr gutes Beispiel). Diese momentane Entwicklung finde ich persönlich etwas schade, da meiner Meinung nach langfristig  gesehen der Blog das wichtigste und zukunftsträchtigste Medium ist. Ich denk da spielt auch mein bisheriger Werdegang eine zentrale Rolle. Da ich ursprünglich aus dem Journalismus komme und vor meiner Selbstständigkeit in verschiedenen Moderedaktionen gearbeitet habe, ist es mir besonders wichtig, qualitativen und langfristigen Content zu produzieren und nicht nur schöne Bilder. Aber das ist eben das Schöne am Bloggen: Jeder kann sich so ausleben wie er es möchte und am liebsten mag. Ein Blog bietet so viel kreativen Freiraum über den man selbst bestimmen kann, das ist in der heutigen Gesellschaft für mich purer Luxus.



Was inspiriert dich für deine Outfits? Gibt es eine Fashion-Persönlichkeit, die dich besonders geprägt hat ?

 


Das werde ich immer wieder gefragt, aber lustigerweise habe ich gar keine bestimmten Stylingvorbilder. Dadurch, dass ich mich tagtäglich in der Medien- und Modebranche bewege, prasseln sehr viele Eindrücke auf mich ein. Ich folge selbst sehr vielen internationale Bloggern, Stylisten und Redakteuren und klar lasse ich mich dadurch auch hin und wieder inspirieren. Meine Lieblingsblogger kommen übrigens überwiegend aus Australien. Die Blogger dort haben einen tollen minimalistischen Stil, der mich sehr anspricht. In den meisten Fällen greife ich dann aber nur eine Stylingbesonderheit auf und adaptiere sie passend für mich und meinen Stil. Ich würde nie einen kompletten Look von Kopf bis Fuß von jemandem nachstylen – das finde ich irgendwie komisch.   




Wie schaut es in deinem Kleiderschrank aus? Welche Farben und Kleidungsstücke bevorzugst du ?

 


Mein Kleiderschrank ist nach Farben und Schnitten sortiert – so versuche ich in dem kleinen Chaos doch noch so gut es geht den Überblick zu behalten. Was man bei mir nicht findet sind krasse Knallfarben wie Grün, Orange oder Gelb. Ich liebe softe (Pastell-) Farben wie Weiß, Beige, Hellblau oder Nude. Und klar, schwarz geht auch immer. Bei Schnitten bevorzuge ich legere Oberteile, die ein bisschen oversize geschnitten sind und die man gut als Layering-Style tragen kann. Untenrum liebe ich Leder- und Stoffhosen.

 


Ohne welches fashion piece kannst du nicht leben?

 


Oh das ist schwierig und ich glaube das ändert sich tatsächlich auch von Saison zu Saison. Momentan sind das ein Paar Schuhe von Balenciaga, die ich seit über einem Jahr gesucht und nun endlich während der Fashion Week in Paris gefunden habe.



Was hast du auf der Fashion Week in Mailand und Paris erlebt? Wen hast du getroffen?




Ich war sowohl in Mailand als auch Paris auf der Fashion Week und habe dort verschiedene Termine wahrgenommen. Viele denken, dass ein Fashion Week Besuch sehr glamourös ist. In Wahrheit ist es wirklich harte Arbeit und extrem anstrengend, da man non stop funktionieren und „da“ sein muss. Neben ein paar Shows habe ich auch viele Showrooms besucht, um mit Presseleuten zu sprechen und meinen Blog international bekannter zu machen. Dort habe ich dann auch immer wieder ein paar meiner deutschen Bloggerkollegen getroffen. 

 

Hast du noch Tipps für unsere Leser, die selbst gern Fashionblogger werden wollen?

 


Sehr wichtig, bevor man einen Blog ins Leben ruft, ist sich selbst zu hinterfragen, warum man das Ganze machen will. Wenn es aus rein finanziellen Gründen ist, würde ich eher davon abraten. Das Wichtigste beim Starten eines Blogs ist Leidenschaft und Herzblut. Dabei ist es egal, ob man den Blog nur als Hobby betreiben möchte oder Größeres anstrebt. Nur jemand, der für seine Sache brennt, wird langfristig gut darin sein. Man sollte wissen worüber man bloggen will, was den eigenen Blog von anderen unterscheidet und wie das Konzept dahinter aussehen soll. Zudem sollte man schon mindestens zehn Posts vorbereitet haben, bevor der Blog online geht. So ist bereits Content vorhanden und die Leserbindung wahrscheinlicher. Außerdem super wichtig und nicht zu unterschätzen: Social Media Kanäle! Ich betreibe mittlerweile sechs verschiedene Kanäle (Instagram, Facebook, Snapchat, Pinterest, Twitter und den Blog). Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, dass alle Kanäle sowohl inhaltlich als auch optisch zusammenpassen – ein roter Faden macht Sinn. Und zu guter Letzt der meiner Meinung nach wichtigste Punkt: Spaß an dem haben was man tut!
 
Vielen Dank, liebe Nina! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg. 




von Carina Eckl

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