Mittwoch, 21. September 2016

Überzeugungs-Krafttraining

 

Exzellent Vortragen und innere Einstellung

Sag' jetzt bitte mit voller Überzeugung den folgenden Satz: „Ich mag es, vor Leuten zu sprechen.“
Suche dir einen Spiegel, schau' dir ins Gesicht und sag' den Satz noch einmal. „Ich mag es, vor Leuten zu sprechen.“ Was hörst du? Was siehst du? Glaubst du, was der im Spiegel dir da erzählt?
Du verstehst seine Worte, aber was sagt sein Gesichtsausdruck? Würdest du dir selbst glauben? Falls nicht, was ist es, dass dich unglaubwürdig wirken lässt?
Ein guter Redner ist wie ein Profischauspieler. Seine Worte, seine Stimme, seine Mimik und Gestik sind perfekt abgestimmt und vermitteln eine zentrale Botschaft – den Inhalt des Vortrags. 

Der Psychologe Mehrabian bezifferte die Bedeutsamkeit der Kongruenz von Information, Intonation und Aktion des Vortragenden: Im Falle von widersprüchlichen Signalen besteht ein Risiko von 93% für Missverständnisse! Das Publikum bemerkt sofort, wenn der Redner nicht zu dem steht, was er sagt. In diesem Fall wirken Körpersprache und Intonation oft starr, eingeübt und unpassend. Ein Redner, der hingegen mit voller Überzeugung das lebt, was er zu vermitteln sucht, präsentiert seine Botschaft ganz automatisch im Einklang mit Stimme und Körpersprache. Er reißt seine Zuschauer mit.
Um darin Erfolg zu haben, brauchst du keine langen Theorien zu lernen. Du musst nur eines – Du selbst sein, authentisch und voller Begeisterung. Am besten überzeugst du, sobald du aufhörst nachzudenken und in deiner Rede völlig aufgehst, ein Flow-Erlebnis, Enthusiasmus.
Lass uns festhalten:
  1. Die stärkste Waffe eines Redners ist sein eigener Enthusiasmus!
  2. Du kannst deinen Enthusiasmus kontrollieren!
Wie? Indem du dir eine Frage beantwortest:
Warum tust du, was du tust?
 
Du willst sprühen vor Begeisterung, wenn du von deinem Thema sprichst? Dann ändere deine persönliche Einstellung gegenüber dem Anlass deiner Präsentation. Ein ehrliches Umdenken stellt sich dabei nur langfristig in kleinen Schritten ein. Letztendlich sind es deine Motivation und deine Ziele, in denen sich deine Einstellung widerspiegelt. Ein bisschen konkreter vielleicht?
Motiviert zu deinem Referat bist du entweder eher intrinsisch oder extrinsisch, das heißt entweder, du stehst dort und redest, weil du dich als wirksam erlebst, weil du dir persönliches Wachstum erwartest, weil du Spaß daran hast, oder aber weil du musst. Intrinsische Motivation bedeutet, von seiner Autonomie überzeugt zu sein und nach Selbstverwirklichung zu streben – der Nährboden deiner Begeisterung.
Klar, du kennst das Konzept, doch beachtest du es?
Was sagst du am Morgen vor dem Referat zu deinen Kommilitonen?
Du machst deinen Job aus eigener Überzeugung! Du verfolgst dein Ziel!
Und was ist dieses Ziel? Man unterscheidet zwischen zwei Zieltypen: Mastery Goals, sich bei dem Meistern einer Aufgabe selbst weiterzuentwickeln, und Performance Goals, der Beste zu sein und seine Kontrahenten auszustechen. Jetzt rate mal, was dich auf lange Sicht weiter bringt? Sich in wertschätzendem Maße an sich selbst zu messen, wird dir den Druck von den Schultern nehmen, unrealistische Erwartungen erfüllen zu müssen, und lässt deine Begeisterung zu einem verlässlichen Begleiter werden.
Also, was sagst du?
Ich muss heute diesen Vortrag halten, um mich unter meinen Kommilitonen zu behaupten.“
oder
Ich darf heute vor diesen Menschen stehen, mein Thema präsentieren, mich weiterentwickeln.“
Damit dieser Satz bald deiner wahren Überzeugung entspricht, versuche in Vorbereitung auf den nächsten Vortrag oder allgemein doch mal folgendes:
Generiere dir deine eigenen Grundsätze: Achte bei der Formulierung auf intrinsische Motivation (wollen, dürfen, …) und Mastery Goals (eigenes Wachstum, Unabhängigkeit, …).
Erlebe dich in deinen Zielvorstellungen. Schließe die Augen, visualisiere deinen Erfolg und wie du dort hinkommen willst.
Schreibe deine Ergebnisse unbedingt auf: kompakt und übersichtlich
Wiederhole deine Leitsprüche so oft wie möglich, am besten einmal täglich. Hänge dir doch ein Post-it an den Spiegel.

Ich verspreche dir, die Wirkung wird sich zeigen! 

von Johannes Stark  







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