Samstag, 1. Oktober 2016

Das Social Media Experiment - Teil 3



Tagesbericht 3:

Tag fünf unseres kleinen Experiments ist fast vorbei, das Wochenende zum Greifen nah. Wie sieht die Wochenbilanz aus? Ziemlich ausgeglichen zwischen Kopfteam Handy und Kopfteam Experiment, würde ich behaupten. Am Donnerstag war beispielsweise ein komplett handyfreier Tag! Aufgestanden und nach dem Morgenprogramm ohne Handy zur Arbeit geschlendert (anders kann man das in der Früh nicht nennen). Nach einem ruhigen handyfreien Nachmittag (an dem ich es übrigens genossen habe, nicht gestört zu werden, da Mittwoch Bergfest war) ging es  am Abend dann außer Haus. Feuerwehr (nein ich bin kein Feuerwehrnarr, es war halt nur eine feuerwehrlastige- aber nicht lästige J-Woche) und auch nach der Ausbildung empfand ich nicht das Bedürfnis meine Whatsapp-Nachrichten zu checken, sondern eher den Wunsch mal wieder einen kompletten Tag zu verbringen und es blieb auch weiterhin ausgeschaltet in meiner Hosentasche. Ich fragte mich irgendwann, warum ich es überhaupt mitgenommen habe. Erfolgserlebnis am Donnerstag? Check. Doch als ich am Freitag zur Arbeit ging, nein schlenderte, packte mich dann doch die Neugier, wer denn alles während meiner eintägigen Abstinenz, oder eher Abwesenheit, von sich hören hat lassen. Und die Neugierde wuchs beträchtlich bis zur Raucherpause. Aber ist es mit neugierigen Menschen nicht so, dass sie ihrer Neugierde irgendwann nachgeben? 

In der Mittagspause spazierte ich schnell heim und bereitete mir eine kleine Mahlzeit, da ich aber alleine essen musste, weil sonst keiner meiner Family da war, kam mir die Idee eine Serie unterm Essen auf Amazon anzusehen. Doch als ich mein Handy rausholte war es natürlich aus. Oh man, nicht schon wieder der instinktive Griff an das Mobiltelefon. Am Nachmittag beim Arbeiten interessierte ich mich schon wieder weniger für die virtuelle Welt auf dem wenige Zoll großen Display, die Arbeit machte viel mehr Spaß und früher Schluss machen durfte ich auch. Auf dem Nachhauseweg schaltete ich das Handy aus, ohne einen „letzten“ Blick darauf zu werfen. Der restliche Nachmittag und Abend verlief komplikationslos (okay einmal war da noch der instinktive Griff an das Handy). 

Doch der Freitag ist überwiegend positiv verlaufen. Auch als ich schnell den EDEKA aufsuchte, um Abendessen zu kaufen, musste das Handy zu Hause bleiben, für fünf Minuten im Edeka würde ich es wirklich nicht brauchen. Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch vor meinem PC (und neben meinem Drehscheibentelefon, über das ich übrigens gerade wieder rein klassisch telefonisch, ohne einen Buchstaben in mein Handy zu tippen, ein Treffen ausgemacht habe: Punkt für Kopfteam Experiment). Der heutige Bericht fällt etwas spärlicher aus, als seine Vorgänger, dafür denke ich, dass das Wochenende handyverzichtstechnisch spannend wird. Und ein kleines erstes Fazit kann zum Schluss noch mitgeteilt werden. Auf der einen Seite beginne ich jeden Moment, in dem ich nicht durch ständiges Klingeln der Nachrichtentöne „aufgefordert“ werde, gleich oder auch später zurückzuschreiben, immer mehr zu genießen. Auf der anderen Seite bin ich des Öfteren schon sehr neugierig, was ich verpasse und was nicht. Es herrscht quasi eine Spannung zwischen Ruhe und Neugier. Doch aufgestaute Neugier ist meistens doch wesentlich spannender, als alles zu wissen oder?

 In diesem Sinne, schönes Wochenende, euer Max.

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