Freitag, 7. Oktober 2016

Das Social Media Experiment - Teil 5




Tagesbericht 5:

Die letzten Tage waren auf der einen Seite wenig spektakulär, was das Experiment an sich anbelangt, dafür umso interessanter, was mein Verhalten betrifft. Die meiste Zeit war ich während der letzten Tage nicht zu Hause, dementsprechend war das Handy öfters an als bisher (und nein ich war nicht wegen dem Handy so oft nicht zu Hause). Doch beispielsweise wurde während der Raucherpausen in der Arbeit keine Whatsapp-Nachricht gecheckt; das Handy habe ich einfach am Platz liegen lassen, ohne groß darüber nachzudenken, ob es da liegen bleiben soll oder nicht. Überhaupt reagiere ich auswärts auf Nachrichten viel später als bisher (zu mindestens denke ich, das bei mir festgestellt zu haben). Und auch der instinktive Griff ans Mobiltelefon, mit dem ich anfangs zu kämpfen hatte, bemerke ich an mir immer weniger. 

Ohh, doch heute in der Früh gab es eine kleine Ausnahme; 09:15 ging der Feuerwehralarm und als ich zur Feuerwache sprintete, steckte ich es in die Tasche. Zu meiner Verteidigung muss ich erwähnen dass, wenn man von Null (Tiefschlaf) auf Hundert in wenigen Sekunden schalten muss, auch noch ETWAS verschlafen ist und man dementsprechend eventuell in alte Muster verfällt. Generell habe ich aber mittlerweile auch auswärts das Phone wenig in der Hand (außer beim S-Bahn fahren, denn da bin ich ohne Musik schlichtweg für den restlichen Tag nicht zu ertragen und zu gebrauchen). Meine Gesangseinlagen zu AC/DC am Morgen zum Zähne putzen hingegen fehlen mir immer noch sehr (und bis zum Ende des Experiments wird sich das auch nicht mehr ändern). Auch das Gefühl einer gewissen „Nacktheit“, wenn ich ohne Handy (was während der letzten 72 Stunden auch der Fall war) aus dem Haus gehe, wird immer weniger. 

Langsam kristallisiert sich eine Ruhe heraus, die gegenüber der Neugierde Oberhand gewinnt. Die Neugierde ist natürlich trotzdem immer noch existent. Es gefällt mir immer mehr, nicht sofort auf Abruf erreichbar zu sein. Was aber ebenfalls immer stärker wird, ist das Gefühl eines gewissen „Ausgegrenztseins“. Hierbei gibt es zwei wichtige Aspekte. Erstens ziehen es einige meines Bekannten- und Freundeskreises nicht in Betracht, mich anders als auf dem Handy zu erreichen; ich werde schlichtweg vergessen. Und wer jetzt denkt „der will doch nur Mitleid“, ist falsch dran. Übrigens ist es auch nicht immer schlecht, vergessen zu werden. Zum Zweiten zeichnet sich ein Problem, das ich schon im letzten Bericht erwähnt habe, immer klarer ab. Die Sache mit dem Telefonbuch. Dadurch bin ich, oh Wunder, wahnsinnig eingeschränkt in meiner „analogen“ Kommunikation. Falls ich nochmals ein Experiment bestreite, dass in die Richtung geht, wird TAUSENDprozentig eines angelegt! Interssant wird auch sein, ob ich dieses Verhalten, das sich abgezeichnet hat, beibehalten werde oder nicht. Wir werden sehen! Schönes Wochenende und bis Sonntag. Es ist jetzt 21:23.

See u, Max

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen