Donnerstag, 13. Oktober 2016

Das Social Media Experiment - Teil 6





Tagesbericht 6
Seit nun eineinhalb Tagen ist das Experiment zu Ende. Doch was geschah noch alles am letzten Wochenende? Freitag und Samstag verbrachte ich die meiste Zeit außerhalb meiner eigenen vier Wände. Doch wiedermal ist mir aufgefallen, dass das Handy dort abermals recht wenig Aufmerksamkeit bekam. Ist aber eigentlich auch logisch, denn wer beim Arbeiten mit den Burschen die meiste Zeit vor dem Handy hängt, bekommt schon den ein oder anderen doofen Kommentar (man will ja schließlich fertig werden mit dem Aufbau und je mehr gleichzeitig arbeiten, desto schneller geht es) zu hören. Freitag und Samstagabend waren sehr anstrengend (man bezechte sich eingermaßen). Für den Sonntag hieß das, den ganzen Tag auf der faulen Haut zu liegen. Das tat ich dann auch zur Genüge. 
Und da war er prompt wieder. Der instinktive Handygriff...ich hatte ihm doch abgeschworen. Doch dies sollte leider nicht der einzige Rückschlag am vorletzten Tag des Experiments gewesen sein. Am Sonntag hatte meine beste Freundin Geburtstag. Facebook hat sie zwar, aber nutzt es fast kaum. Und ihre Nummer hatte ich auch nicht parat …..wegen des Fehlens eines Telefonbuches, oh man. Mich nicht zu melden, konnte ich mir natürlich auf keinen Fall leisten (vor allem nicht, nachdem ich ihn letztes Jahr völlig vergessen hatte).
Was nun? Nach stundenlangem Grübeln, ja und es waren wirklich Stunden, fasste ich den Entschluss und schaltete das Handy an, um sie anzurufen. Es war ein absoluter Notfall, man möge ihn mir bitte nachsehen! Am Montagabend, als ich zu Hause so da saß, machte ich mir kurz meine Gedanken, wie es für mich denn so war in den letzten zwei Wochen. Zu sagen, ich hätte viel über mich selbst gelernt, wäre reichlich übertrieben, dennoch ist mir eins klargeworden. Mit Telefonbuch und genug Leuten, die einen auch anrufen, wenn sie mit einem Feiern gehen wollen und nicht gleich nach der ersten Whatsappnachricht schon meinen, ich wäre unerreichbar, würde es einwandfrei gehen, zu Hause auf das Mobilphone komplett zu verzichten. Sicher, ich musste mich daran gewöhnen, jedes Mal statt auf den Bildschirm zu drücken, eine ellenlange Nummer zu wählen (nicht tippen, ich besitze ja eine Drehscheibentelefon!). Doch diese fast schon altmodische Weise zu telefonieren hat etwas. Du hebst den Hörer ab und weißt absolut nie, wer am anderen Ende der Leitung ist. Natürlich kann einem das bei einem Handy auch passieren, doch bei einem alten Telefon ist das immer der Fall. Es kann ein guter Kumpel sein, der etwas ausmachen will, oder die Mutter die sich etwas genervt über irgendetwas beschwert, oder jemand aus der Arbeit, meine Arbeitskraft sei gefragt. Für mich ist jedes Klingeln spannend und ich hebe immer mit dem gleichen Spruch („Karg am Apperat“) in der gleichen Tonlage und mit Höflichkeit ab. Seien wir ehrlich, beim Handy braucht man bloß den Namen zu lesen und die meisten wissen schon, was sie demjenigen im nächsten Moment entgegnen werden. 
Auf jeden Fall ein positives Erlebnis. Am Dienstagmorgen, fiel es mir dann ein wenig schwer, das Handy innerhalb der eigenen vier Wände anzuschalten. Ob ich es nochmal tun würde? Ich denke schon, aber vielleicht noch mit mehr Einschränkungen, damit es noch spannender wird. In diesen Sinne, bis zum nächsten Mal. Es ist jetzt 12:35.
Euer Max

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