Mittwoch, 5. Oktober 2016

Überzeugungs-Krafttraining

Überzeugungs-Krafttraining und Selbstvertrauen

Selbstvertrauen – du meinst, über dieses Thema schon lange herausgewachsen zu sein?
Dann halte doch bitte aus dem Stegreif ein zweiminütiges Plädoyer für Polygamie – vor den Eltern deiner Partnerin beziehungsweise deines Partners.
Wer bei dem Gedanken Herzklopfen bekommt, glaubt mir vielleicht, dass es sich beim Selbstvertrauen viel eher um eine implizite, als um eine explizite Eigenschaft handelt. Ein Defizit wollen wir oft nicht wahrhaben oder sind uns dessen nur begrenzt bewusst.
Umso größer ist der Einfluss, den Selbstvertrauen auf unser Auftreten hat. Stell' dir vor, du besprichst mit einem Kommilitonen eure gemeinsame Hausarbeit, während du gleichzeitig einen Film im Fernsehen anschaust. Dabei wärst du als Sprecher abgelenkt. Dem Kommilitonen wiederum fiele es schwer, dir zu folgen und aufmerksam zuzuhören. 
 
Abgelenkt wirst du auch durch deine Unsicherheit in zweifacher Weise:    
1.    Du zweifelst an deinen Fähigkeiten, einen exzellenten Vortrag zu             
       halten. 
2.    Du hast die Sorge, irgendetwas Unvorhergesehenes könnte passieren.

Das Ergebnis: Du bist nicht bei der Sache – und das Publikum auch nicht.
Dabei ist außer Frage: Du KANNST überzeugend präsentieren! Du hast die Kompetenz. Du hast lebenslange Erfahrung. Schon im Alter von zwei bis drei Jahren hast du begonnen mit deinen Mitmenschen zu verhandeln. Seit dem hast du unzählige Präsentationen gehalten und bildest dich momentan sogar professionell weiter. Dazu kommt, dass du mit deinen Inhalten ganz in deinem Element bist. Schließlich vertrittst du ja nicht wirklich Themen wie die Vorzüge der Polygamie, sondern einen Bereich deiner Expertise. Wer kann dir da noch was vormachen? 
 
Niemand. Und das will auch niemand. Sei dir bewusst: Du hast im Grunde immer die Unterstützung deines Publikums. Niemand von denen wäre gekommen, wenn er nicht von dir lernen, sich unterhalten lassen oder von dir informiert werden wollte. Ja sogar deine Dozenten hören sich deine Präsentation letztendlich nur an, weil sie dir etwas beibringen und dich fördern wollen. Sie erwarten keine Perfektion, sie erwarten Potenzial und Engagement. Also erfülle die Erwartungen!
Was hindert dich daran, deine Dozenten mit der Fülle deiner Kompetenz zu bedienen? Deine Zweifel. Deine Sorgen. Und ich frage dich: Was kann schon groß passieren? 
 
Du bist dein Medium. Die ganze Technik, alles was ausfallen könnte, ist nur das Sahnehäubchen. Sollte die PowerPoint dich im Stich lassen, sieh' diese Situation als Chance, dich in einem neuen Kontext auszuprobieren. Ebenso sind Zwischenfragen eine großartige Gelegenheit die Botschaft deines Vortrags zu paraphrasieren und zu verstärken.

Das klingt für dich noch etwas unglaubwürdig? Einverstanden. Langfristig gibt es auch nur eine Lösung: Stell dich den Ängsten. Erlebe dich in Situationen, in denen du dir unsicher bist, meistere diese und wachse daran.

Ich will dir aber gerne noch einen Trick an die Hand geben, wie du kurzfristig deine Selbstsicherheit verstärken kannst.
Fokussiere dich auf deinen Erfolg.
Erinnere dich in der Vorbereitung auf einen Vortrag an vergangene Präsentationen, die dir grandios gelungen sind. Erinnere dich an das Lob, das du bekommen hast und daran, wie großartig sich das anfühlte. Erinnere dich nicht nur, begib dich emotional zurück in diese Situation deiner exzellenten Leistung.
Denke dir daraufhin drei Dinge aus, die bei deinem nächsten Auftritt schiefgehen könnten und überlege dir je eine Strategie, wie du in dieser Situation professionell reagieren wirst. Nutze dazu deine Erfahrungen.
Stell dir nun vor, wie du auch mit dem bevorstehenden Vortrag einen starken Eindruck hinterlassen wirst. Visualisiere deine mitreißende Rede und die Begeisterung in den Augen deiner Zuhörer. Nach dem alten Grundsatz der selbsterfüllenden Prophezeiung kannst du mit dieser positiven Einstellung nur Erfolg haben.

von Johannes Stark 
  
    

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