Donnerstag, 3. November 2016

Istanbul - Eine lebendige Stadt




Ich berichte heute von Menschen, die als “die Türken” in letzter Zeit in allerhand negativen Kontexten stehen. Ich berichte aus einer Stadt, die weitestgehend nur noch als Schaubühne von Gewalt und Terrorismus bekannt ist. Meine Botschaft: Es gibt keine Sicherheit. Gleichzeitig werden Menschen, die mit wenig Geld und Gepäck viel erleben wollen in dieser Stadt mit Sicherheit eine grandiose Zeit haben.
Viele Grüße aus Istanbul.
Stellst du jetzt gerade in Frage, was du über Istanbul zu wissen glaubst? Dann hol dir ein Flugticket und finde selbst heraus, was stimmt und was nicht. Zu deiner Anregung: Meine eigenen Eindrücke.
  1. Türken sind nicht gleich Türken.
Istanbul ist das Zentrum der Welt. Vielleicht nicht der deinen, wohl aber derer von vielen anderen. Kulturen treffen aufeinander, begegnen sich, leben zusammen: Iraner, Bulgaren, Ägypter, Kasachen, Türken und andere Türken – 18 Millionen.
  1. Menschen sind nicht ihr Job.
Wer ein paar Mal einem aufdringlichen Straßenhändler eine überteuerte Kleinigkeit abgekauft hat, ertappt sich bei dem Gedanken: „Die wollen mich nur um mein Geld bringen.“ Die Frage ist aber: Wer will das nicht? Statt vorschnell zu verurteilen, verteile lieber ein Lächeln und ein paar freundliche Worte und du lernst den Menschen kennen, nicht nur den Job.
  1. Türkischer Kaffee ist kein Cafe Creme.
Zu vergleichen ist das mit einem Sprung ins Meer. Wenn in 20cm Tiefe der Sand kommt, wird das eine harte Landung.
  1. Feiern in Istanbul ist nicht gleich Feiern woanders.
Hier in Istanbul kann man sich kaum zwei Bier leisten, aber der Abend endet trotzdem Arm in Arm mit Fremden, tanzend und singend.
  1. Kebab ist kein Döner.
Kebab ist in erster Linie Fleisch. Viel Fleisch. Entweder man steht auf Fleisch oder man lebt von Obst und Simit.
  1. Der Islam ist dem Christentum sehr ähnlich.
Die blaue Moschee ist mindestens so eindrucksvoll, wie der Petersdom. Dass man sich beim Betreten angemessen kleiden sollte, ist in beiden Gotteshäusern willkommen. Das obligatorische Kopftuch wird von den meisten jungen Trägerinnen dann beim Verlassen wieder abgegeben. Vereint sind beide Religionen in der Aya Sophia, einem Bauwerk, dass erst als Kirche, dann als Moschee genutzt wurde. Fakt ist: Du kannst dir kein Bild vom Islam machen, wenn du in Deutschland bist.
  1. Menschenmassen sind nicht gleich Chaos
Es ist eher ein hektisches Miteinander, wenn sich tausende Einheimische abends an der Galata-Brücke eine Fischsemmel holen.
Wenn einem dennoch mulmig wird, ist das in Ordnung. Es gibt keine Sicherheit. Aber zur Angst hatte ich in Istanbul keinen Anlass. 
 von Johannes Stark 


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