Montag, 7. August 2017

Apulien – La Dolce Vita in Süditalien




Mein Vater pflegt zu sagen: „Italien fängt erst unterhalb von Neapel an.“ Und wo er Recht hat, hat er Recht. Denn nirgends ist Italien so schön wie an seinem südlichsten Zipfel. Wer weiter als zum Gardasee oder in die Toskana kommt, wird mit türkisfarbenem Wasser, weißen Kalksandstränden, gutem Essen und netten Menschen belohnt.

Der Stiefelabsatz ist landschaftlich wie kulturell sehr abwechslungsreich. Da ich kein Mensch bin, der den ganzen Urlaub an einem Ort bleibt und am Strand liegt, habe ich dort die perfekte Abwechslung gefunden. Tagsüber Strand gespickt mit ganz viel Sightseeing in den traumhaften kleinen Städtchen und Orten.

Hinkommen

Flüge gibt es für wenig Geld von München mit Air Dolomiti und von Nürnberg mit Ryan Air nach Bari. Dort kann man ein bis zwei Tage bleiben, denn Bari ist nicht so hässlich wie sein Ruf, sondern hat eine sehr schöne, historische Altstadt mit vielen romanischen Kirchen und einen netten Stadtstrand. Am Abend kann man sich gemütlich auf eine Piazza setzen, Bier trinken und Panzerotti (frittierte Pizza) essen.

Ankommen

Im Süden findet sich Lecce. Die Stadt wird von dem Leccer Barock geprägt und ist nicht nur für Kunsthistoriker interessant. Von Lecce aus bietet sich ein Tagesausflug nach Torre Dell’ Orso an. Von dem Fischerdorf kann man die Steilküste entlang wandern und kommt immer wieder zu Steinformationen, die aus dem Meer herausragen, und kleinen Buchten zum Baden. Etwa 20 Minuten nördlich befindet sich die »La Grotta della Poesia«, die sich hervorragend für eine kleine Badepause eignet.



Wer auf der Suche nach dem perfekten Hintergrund für das obligatorische Instagrambild ist, wird in Alberobello fündig. Die typischen Trulli sind nämlich sehr fotogen. Trulli sind kleine Häuser mit einem kegelförmigen Dach aus unverputzten Ziegeln. Da die Bewohner von Alberobello früher keine Steuern zahlen wollten, wählten sie diese Bauweise, da sie die Häuser schnell auseinanderbauen konnten, falls ein Abgesandter der Steuerbehörde kam. Der Ort ist sehr touristisch, aber wirklich schön abseits der Touristenströme in den kleine Gässchen auf der anderen Seite des Dorfes.

Ein weiteres Paradebeispiel für den Mix aus Gucken und Baden ist Ostuni. Die weiße Stadt befindet sich ungefähr 10 km im Landesinneren auf einem Hügel und wirkt mehr arabisch als italienisch. Fährt man von dort zum Meer findet man einen traumhaften Sandstrand und gutes Mittagessen im »Lido Bosco Verde«. 

 

Mein persönliches Highlight war unser viertägiger Aufenthalt in dem Nationalpark auf der Halbinsel Gargano. Wir haben in Manfredonia gewohnt und jeden Tag Touren in den Nationalpark gemacht. An der Südseite gibt es traumhafte Buchten wie die »Baia dei Faraglioni« und »Baia di Vignanotica«, die sich unter der Steilküste verstecken. Dorthin zu kommen ist ein Abenteuer. Während der Strand »Baia di Vignanotica« noch relativ leicht erreichbar ist, da ein uralter umgebauter Minivan vom Parkplatz zum Strand fährt, ist der Zugang zu der »Baia dei Faraglioni« von einem Luxushotel verbaut. Gott sei Dank, sind Italiener sehr trickreich und es gibt etwas überhalb des Hotels einen Wanderweg, der durch die Olivenhaine hinunter zum Meer führt und durch ein Plastikband markiert ist. Die Wanderung dauert 30-40 Minuten, aber als Belohnung liegt man am schönsten Strand Apuliens.

Außerdem befindet sich die älteste Pilgerkirche der westlichen Welt im Gargano, die Grottenkirche »San Michele« in Monte Sant’Angelo. Angeblich ist hier am 8. Mai 492 der Erzengel Michael erschienen. Fährt man weiter ins Landesinnere, kommt man zum Foresta Umbra. Aufgrund der dicht bewachsenen Bäume ist es dort auch bei 30 Grad angenehm kühl und der Wald lädt zu langen Spaziergängen ein. 

 

Rumkommen

Wir haben uns eine Woche einen Mietwagen genommen, der sich wirklich gelohnt hat, da wir in sieben Tagen über 1000km zurückgelegt haben. Ein Auto hat den Vorteil, dass man beweglicher ist und sich die Zeit besser einteilen kann. Es ist wichtig Vollkasko ohne Selbstbeteiligung zu buchen, weil die Süditaliener wie die Verrückten fahren.
Eine Alternative zum Auto ist der Zug in Italien. Wir sind beispielsweise von Bari nach Polignano a Mare gefahren (ca. 30 Minuten Fahrt für 2,50€). Dort ist ein süßer kleiner Strand, an dem Red Bull jährlich einen Cliff Diving Contest veranstaltet. Gutes Essen gibt es mittags in dem Restaurant »Il Pescato«.



von Carolin Wittmann 

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